Das Neo Vita: Moskaus Klinik für Milliardäre

von Melanie Hahn am 16. April 2008 in Mehr Luxus geschrieben.

In Russland scheint derzeit nichts unmöglich zu sein. Moskau, die Stadt der Milliardäre, greift immer öfter nach den Sternen. So auch im medizinischen Sektor. Da ist es mit einem einfachen Luxuskrankenhaus nicht getan, es geht immer noch einen Schritt weiter und vor allem einen Euro teurer. So ist das Neo Vita momentan das angesagteste und wohl auch teuerste Krankenhaus Moskaus. Hinter umfassenden Sicherheitskontrollen lassen sich die Reichen Moskaus hier Kaviar bei der Blutspende reichen oder buchen gleich einmal einen ganzen Bereich des Neo Vita für das Treffen mit Ihrem Arzt. Sage und schreibe 200.000 Dollar war das vor kurzem einem Kunden wert. Das Neo Vita versteht sich als erstes Krankenhaus, bei dem man Gesundheit angeblich wirklich kaufen kann. Darunter verstehen die Inhaber natürlich den Verkauf von hochwertigen Dienstleistungen rund um den Aufenthalt, aber auch den Arzt. In Russland ist eben vieles käuflich. Laut Inhaber Artyom Tolokonin ist die Psychologie der wichtigste Zweig des Unternehmens. So kann man Diäten in der Schweiz und Zähne in London heilen. Doch die eigene Psyche kann man nur in seinem Heimatland heilen – in Russland. So lassen sich viele reiche Russen dort beraten und zahlen horrende Summen von etwa 10.000 Dollar pro Stunde. Wohlgemerkt für das Zuhören, denn dies ist ein wichtiger Bestandteil des Procedere, so Tolokonin. Er fühlt mit seinen Patienten, er versetzt sich in Sie hinein und das bekommt man laut Ihm auch nur im Neo Vita.

Natürlich gehört auch eine luxuriöse Ausstattung zum Standard. So sind natürlich weder Namen an den Zimmertüren, noch Krankheiten auf den Akten angebracht. Man achtet auf höchste Diskretion. Dies gilt auch für prominentere Besucher, für die ein diskreter Seiteneingang zur Verfügung steht. Alles in Allem ist das Neo Vita wieder die Bestätigung für den immer noch ansteigenden Reichtum Russlands und den immer größer werdenden Bedarf an Luxusgütern. Im Neo Vita zahlen manche Patienten nicht mehr pro Stunde, sondern jährlich im Voraus.

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