Wandel in der Kaviarbranche
Von Melanie Hahn am 1. Januar 2008 in Mehr Luxus abgelegt.Es scheint, als würde der anhaltende Kampf um Kaviar auch 2008 andauern, wenn nicht sogar sich aufheizen. Insbesondere die Streitigkeiten über das Kaspische Meer könnten sich verschärfen, nachdem der Iran am Montag seine Ansprüche auf einen Anteil von 20% am Kaspischen Meer bekräftigte. Rund um das Kaspische Meer liegen 5 Staaten: Iran, Russland, Kasachstan, Aserbaidschan und Turkmenistan. Auf einem Gipfeltreffen im Oktober versprachen die 5 Staaten, eine Vereinbarung über die jeweiligen Anteile am Kaspischen Meer auszuarbeiten, aber sie konnten sich bislang noch nicht auf die Grenzen einigen. Irans Küstenanteil beträgt weniger als 14%, aber die Ressourcen des Meeres sollen nach Meinung der iranischen Regierung in 5 gleiche Anteile aufgeteilt werden. Bei den Ressourcen handelt es sich unter anderem um Ölreserven, aber auch Fischbestände wie die der Störe. Bei der Aufteilung geht es nicht nur um die Zugänge zu den Stören, sondern auch darum, wie viel Kaviar - wenn überhaupt - “geerntet” werden soll. Störe können über 100 Jahre alt werden, aber reifen nur langsam heran. In der Zwischenzeit wächst der Schwarzmarkt für Kaviar rasant, vor allem in Russland, wo die Reihen der spendablen Reichen immer größer werden. Die fast erschöpften Störvorkommen führten dazu, dass eine Kaviarsperre verhängt wurde. Als Folge entwickelte sich die organisierte Kriminalität, die mit illegalem Kaviar handelte. Medienberichten zufolge ist der Großteil des in Moskau verkauften Kaviar illegal. Sicher ist, dass es in der Welt des Kaviar zu einigen Veränderungen kommen muss und wird, da auch das Kaspische Meer leergefischt wurde. Gleichzeitig bietet dieser Engpass jedoch eine gute Gelegenheit für die Kaviarbranche in anderen Teilen der Erde und auch für Alternativen zu dem klassischen Beluga-Kaviar.



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