Sehr seltenes Stück: Sotheby’s versteigert Kopie der Magna Carta aus dem 13. Jahrhundert
von Oliver Karthaus am 5. Dezember 2007 in Luxus-Auktionen geschrieben.
Ein Meilenstein der englischen Geschichte wird am 18. Dezember von Sotheby’s in New York vesteigert. Dabei handelt es sich um eine Kopie der Magna Carta aus dem 13. Jahrhundert. Die oft als Magna Carta bezeichnete Magna Carta Libertatum ist eine von Johann Ohneland zu Runnymede in England am 15. Juni 1215 unterzeichnete Vereinbarung mit dem revoltierenden englischen Adel. Sie gilt als die wichtigste englische verfassungsrechtliche Rechtsquelle. Ein bedeutender Teil der Magna Carta ist eine wörtliche Kopie der Charter of Liberties of Henry I, welche dem englischen Adel seine Rechte gewährte. Die Magna Carta verbriefte grundlegende politische Freiheiten des Adels gegenüber dem englischen König (damals König Johann 1199 bis 1216), dessen Land seinerzeit Lehen des Papstes Innozenz III. war. Der Kirche wurde die Unabhängigkeit von der Krone garantiert. Das Dokument wurde vom König nur auf erheblichen Druck der Barone angenommen. Das bei Sotheby’s angebotene Exemplar stammt aus dem Jahre 1297. Entdeckt wurde es 1974 auf dem Landsitz des englischen Adelsgeschlechts Brundell. 1984 wurde es dann von dem texanischen Milliardär Ross Perot für die Perot Foundation gekauft. Der Preis damals: $1,5 Millionen US-Dollar. Derzeit befindet sich die Kopie der Magna Carta als Dauerleihgabe im Nationalarchiv in Washington. Es wird geschätzt, dass das Exemplar zwischen $20 und $30 Millionen US-Dollar einbringen wird. Laut Perot soll das Geld in die Stiftung fließen, die sich mit medizinischer Forschung und der Versorgung von Kriegsversehrten kümmert.


